
Museumsbesuche · Ercolano · Italien
Die Ausgrabungen von Herculaneum
die römische Stadt, begraben unter zwanzig Metern vulkanischem Material, mit den zweistöckigen Häusern, dem verkohlten Holz und dem antiken Strand mit den Bootshäusern
Herculaneum war eine kleine Stadt, etwa zwanzig Hektar am Meer am Fuß des Vesuvs, mit vielleicht viertausend Einwohnern. Im Jahr 79 wurde sie nicht wie Pompeji vom Regen aus Asche und Lapilli bedeckt, sondern von Glutwolken getroffen und unter etwa zwanzig Metern vulkanischem Material begraben, das sie beim Erhärten wie in einer Gussform eingeschlossen hat: deshalb sind hier die oberen Stockwerke der Häuser erhalten, die Dachbalken, die Türen, die Betten, die Zwischenwände, die Speisen, alles aus verkohltem Holz. Die antike Stadt liegt in einer Senke, unter der heutigen, und man betritt sie über eine Rampe hinunter: von oben sieht man sie ganz, mit den Wohnhäusern von Ercolano am Rand. Ganz unten liegt der antike Strand, wo seit 1980 in den gewölbten Räumen am Meer, den Fornici, etwa dreihundert Skelette von Menschen gefunden wurden, die auf die Flucht über das Meer warteten; seit 2024 geht man direkt davor entlang. Sie ist kleiner als Pompeji und in etwa zwei Stunden besichtigt, man kommt mit der Circumvesuviana hin, und im Winter ist der letzte Einlass um 15:30 Uhr.
Anfahrt
Der Park hat keinen eigenen Parkplatz, und für ein Wohnmobil gibt es keinen offiziellen Platz mit einem angeschriebenen Preis: am einfachsten lässt man es auf einem der Plätze von Neapel, in den Camaldoli oder auf dem Zeus, und kommt mit dem Zug.
- Mit dem Zug: der Bahnhof ist Ercolano Scavi der Circumvesuviana, an den Linien nach Sorrent und nach Poggiomarino, sechs Minuten zu Fuß vom Eingang am corso Resina. Aus Neapel fährt man ab Porta Nolana oder ab Garibaldi, unter dem Hauptbahnhof; seit April 2023 halten die schnellsten Züge nach Sorrent zwischen Neapel und Torre Annunziata nicht, aber nach Angaben der Region halten in Ercolano noch 115 von 158 Zügen am Tag
- Vom Camping Zeus, in Pompeji, gibt es wenige direkte Züge: nach dem Fahrplan ab dem 1. Oktober 2026 fahren sie von Pompei Scavi-Villa dei Misteri Richtung Ercolano um 7:06, um 7:42 und um 8:18 Uhr ab und brauchen zwanzig Minuten; zurück ist der erste direkte Zug nach der Schließung im Winter der um 17:56 Uhr. Mit den anderen steigt man in Torre Annunziata um
- Mit dem Wohnmobil: von der Autobahn Neapel-Salerno fährt man an der Ausfahrt Ercolano Scavi ab. Neben dem zweiten Tor der Ausgrabungen, in der via dei Papiri Ercolanesi, liegt der gebührenpflichtige städtische Parkplatz, den der Park angibt, nur tagsüber geöffnet: wer mit dem Wohnmobil dort war, hat zwischen 2025 und 2026 5 bis 7 Euro pro Stunde bezahlt, und manchen wurde der Tarif für Busse berechnet. Eine Viertelstunde zu Fuß entfernt, in der via Gabriele D'Annunzio, gibt es nach Angaben von Reisenden einige Plätze mit blauen Linien für einen Euro pro Stunde, sonntags kostenlos
- Die Strecke: wer mit einem Wohnmobil dort war, rät, aus dem Zentrum von Ercolano und über die via IV Novembre zu kommen, weil das Navi von Torre del Greco aus zu einer niedrigen und engen Unterführung führen kann
Praktische Hinweise
Das Ticket kauft man an der Kasse oder online auf ercolano.coopculture.it, und für einen normalen Eintritt muss man nicht reservieren. Es gilt für einen einzigen Eintritt: wer hinausgeht, kommt nicht wieder hinein.
Dauer der Park nennt etwa zwei Stunden für den Besuch. Man geht am corso Resina hinein und über die Rampe hinunter, vom Rundgang steigt man bis zum antiken Strand hinunter, und hinaus geht man über die Brücke des Cardo III
Preis 16 Euro, 2 von 18 bis 25, gratis unter 18
Wann hinfahren das ganze Jahr, im Winter bis 15:30 Uhr
Geeignet für alle, mit geschlossenen Schuhen: die Wege haben fast überall Höhenunterschiede und unebene Oberflächen. Hunde dürfen an der Leine hinein, aber im Antiquarium, im Bootspavillon und in den Häusern mit Mosaiken trägt man sie auf dem Arm oder in der Transportbox. Der barrierefreie Rundgang heißt "Ercolano per tutti", Herculaneum für alle, und ist auf dem Plan blau markiert: das Personal am Eingang öffnet ihn
Buchung nicht nötig, außer für die besonderen Führungen; an den ersten Sonntagen des Monats kann man nicht reservieren, und das kostenlose Ticket holt man an der Kasse ab
Kontakt
Wo es liegt
Ercolano · Campania
Notizen
- Die Öffnungszeiten, gelesen am 14. Oktober 2026: vom 15. Oktober bis 15. März sind die Tore von 8:30 bis 17:00 Uhr geöffnet, der letzte Einlass ist um 15:30 Uhr, und das archäologische Gelände muss man bis 16:40 Uhr verlassen; vom 16. März bis 14. Oktober bleibt man bis 19:30 Uhr, mit dem letzten Einlass um 18:00 Uhr. Der Park ist täglich geöffnet und schreibt, dass er nur am 25. Dezember schließt; am 1. Januar 2026 war er mit einer vom Ministerium beschlossenen Sonderöffnung geöffnet, und zum 1. Januar 2027 hat er noch nichts gesagt
- Das Ticket: 16 Euro, 2 Euro von 18 bis 25 Jahren für Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union, kostenlos unter 18 und in den gesetzlich vorgesehenen Fällen. Für alle frei ist der Eintritt an den ersten Sonntagen des Monats, im Winter am 1. November und am 6. Dezember 2026, am 3. Januar, am 7. Februar und am 7. März 2027; und auch am 4. November 2026, einem Nationalfeiertag. Es gibt kein gemeinsames Ticket mit Pompeji: jeder Park hat sein eigenes. Wer im Lauf eines Jahres mehrmals kommt, kann die ErcolanoCard nehmen, 30 Euro pro Person, 58 für die Familie; auch die Campania Artecard gilt
- Was es gibt und was nicht: die Aufbewahrung für Rucksäcke, Schirme und große Taschen ist kostenlos und Pflicht. Drinnen gibt es keine Gastronomie, nur die Automaten nahe der Eingangsbrücke und die Terrazza Vesuvio, mit Getränken und Snacks, mit Blick auf die Ausgrabungen. Von den Toiletten sprechen die Seiten des Parks nicht: man fragt an der Kasse. Im Garten der Casa del Rilievo di Telefo liegt der Giardino degli Ozi, der Garten der Muße, im Schatten der Granatapfelbäume, wo man sich hinsetzt. Am Eingang lebt eine registrierte Katzenkolonie, die man nicht füttert
- Der antike Strand und die Fornici: zwölf gewölbte Räume, zum Meer hin offen, vielleicht Lager oder Unterstände für die Boote; in neun davon wurden seit 1980 etwa dreihundert Skelette von Flüchtenden gefunden, darunter eine junge schwangere Frau und die Frau, die man die Dame mit dem Schmuck nennt, und daneben Münzen, Schlüssel, Amulette, ein Etui eines Chirurgen. Der Strand ist seit Juni 2024 für die Öffentlichkeit zugänglich, und seit dem 15. Juli 2026 steigt man durch die Galleria Martusciello hinunter, einen beleuchteten Tunnel von über hundert Metern, in die Schichten des Ausbruchs gegraben, mit zwei Rampen zum Hinunter- und zum Hinaufgehen. Über dem Strand liegt die Terrasse des Marcus Nonius Balbus, mit der Statue und dem Altar des Patrons der Stadt
- Die Häuser: die Casa di Nettuno e Anfitrite, mit dem Mosaik der beiden Götter und dem Nymphäum aus bunten Steinchen; die Casa Sannitica, das Samnitische Haus, mit der Loggia im Obergeschoss; die Casa del Tramezzo di Legno, mit der Wand aus verkohltem Holz, die das Atrium abschloss; die Casa del Rilievo di Telefo, eines der größten Häuser, mit dem Säulengang mit den roten Säulen; die Casa del Bicentenario, seit dem 8. August 2026 teilweise wiedereröffnet, nur das Atrium und das Tablinum; die Casa dei Cervi, mit dem Garten und den Kopien der Skulpturen der von Hunden angefallenen Hirsche, geschlossen vom 25. März bis 16. September 2026: ob sie wiedereröffnet hat, schreibt der Park nicht, und man muss fragen
- Die Neuigkeiten: 2025 wurden die Casa del Colonnato Tuscanico, die Casa del Sacello di Legno und die Casa dell'Erma di bronzo wiedereröffnet; im Juni 2026 kann man das Chalcidicum, die Vorhalle mit Säulengang des Augusteums, nach zwanzig Jahren wieder zu Fuß durchqueren; seit dem 9. Juli 2026 besichtigt man die Casa del Mobilio Carbonizzato, das Haus der verkohlten Möbel, und seit September 2026 die Bäckerei im Vicolo Meridionale, mit den zwei Mühlsteinen und dem Ofen. Am 21. Oktober 2026 stellt der Park die Wiedereröffnung der Casa dell'Atrio a Mosaico und der Casa a Graticcio vor, die seit Jahrzehnten geschlossen sind
- Das Antiquarium und das Boot: im Antiquarium stehen die Statue des Marcus Nonius Balbus, die Hydra von Lerna aus Bronze, die Skulpturen der Casa dei Cervi, das Gold von Herculaneum und seit April 2025 der Saal der verkohlten Hölzer, mit einem Bett, einer Wiege, den Schränken und den Teilen des Dachs der Casa del Rilievo di Telefo. Im Bootspavillon liegt der über neun Meter lange Rumpf, der am 3. August 1982 gefunden wurde, vielleicht ein Beiboot der Flotte von Plinius dem Älteren, und daneben das Skelett eines Mannes mit dem Gürtel, dem Schwert und dem Dolch
- Was geschlossen ist: die Villa dei Papiri, die Villa der 1800 verkohlten Papyrusrollen, ist wegen Bauarbeiten geschlossen, ohne Datum der Wiedereröffnung; das antike Theater, das man durch die Stollen der Bourbonen besichtigte, ist bis auf Weiteres geschlossen. Die Vorstadtthermen, nach Angaben des Parks die am besten erhaltenen römischen Thermen, sind eine Restaurierungsbaustelle: man sieht sie nur mit der Führung am Samstag, bis zum 12. Dezember 2026, mit Helm, in Gruppen von fünfzehn, für 21 Euro mit dem Eintritt. Im November 2025 waren die Plätze in wenigen Stunden ausgebucht
- Übernachten in der Nähe: in Ercolano, in der via Cupa Monti, liegt das Agricamping Stone Vesuvio, das die Verzeichnisse der Wohnmobilfahrer für Fahrzeuge bis acht Meter angeben: eine Website des Betreibers haben wir nicht gefunden, und bevor man hinfährt, ruft man an. Der Park nennt, nur für die Sommerabende, die kostenlosen Parkplätze zweier Schulen in der via IV Novembre
- Ganz in der Nähe, in der via IV Novembre 44, liegt das MAV, das Museo Archeologico Virtuale, das virtuelle archäologische Museum, von Dienstag bis Sonntag von 9:30 bis 17:30 Uhr geöffnet
- Der Vesuv und die Ausgrabungen von Pompeji haben eigene Seiten. Den Vesuv erreicht man von Ercolano Scavi aus mit den privaten Shuttles, die vor dem Bahnhof abfahren
Foto: Bernard Gagnon, Wikimedia Commons, CC BY 4.0
Foto: Diego Delso, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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Foto: Jebulon, Wikimedia Commons, CC0
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Foto: Jebulon, Wikimedia Commons, CC0
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